EFL-Internet-Beratung
Eckpunkte des Bundesverbandes Katholischer Ehe-, Familien- und Lebensberaterinnen und -berater e. V. zur EFL-Internet-Beratung

  1. Zunehmend mehr Menschen nutzen das Internet, um sich zu informieren oder miteinander zu kommunizieren. Internetnutzung ist inzwischen für viele Menschen selbstverständlich geworden. Für diesen Personenkreis ein leicht zugängliches Beratungsangebot anzubieten, ist für die institutionelle Ehe-, Familien- und Lebensberatung sinnvoll.
  2. Als EFL-Internet-Beratung wird im Rahmen dieses Diskussionspapiers verstanden:
    Beratung per Mail, per Chat im Internet, sowie das Angebot von Antworten zu häufig gestellten Fragen (FAQ) zum Themenbereich Ehe und Familie, das von Beraterinnen und Beratern institutioneller kath. Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellen im Internet bereitgestellt wird.
  3. Gerade auf dem Hintergrund, dass der Schritt zur Beratungsstelle noch immer für viele Menschen zu groß ist, gewinnt die EFL-Internet-Beratung an Dringlichkeit. Durch das Angebot der EFL-Internet-Beratung kann es gelingen, Menschen den Zugang zu fachlicher Unterstützung zu öffnen, sie zu ermutigen, sich fachliche Unterstützung zu holen und wo notwendig unmittelbaren Kontakt zu einer Beratungsstelle aufzunehmen. Unabhängig von Öffnungszeiten der Beratungsstellen ist es möglich, zumindest die eigene seelische Not niederzuschreiben, dadurch ein Stück Abstand zu gewinnen und so bereits teilweise Entlastung zu erfahren.
  4. Die EFL-Internet-Beratung kann darüber hinaus durch die verstehende, offene, zugewandte und individuell gestaltete Antwort auf die Anfragen in Chat oder Mail in vielen Fällen für die Ratsuchenden neue, hilfreiche Perspektiven für Leben, Partnerschaft und Familien eröffnen helfen und so zur Minderung von Leid beitragen.
  5. Ehe-, Familien- und Lebensberaterinnen und -berater bringen in die Internet-Beratung langjährige persönliche und institutionelle Erfahrung mit professioneller Beratung ein sowie klar formulierte und verbindliche fachliche Standards der Katholischen Bundesarbeitsgemeinschaft für Beratung e.V. und des Deutschen Arbeitskreises für Jugend-, Ehe- und Familienberatung.
  6. Bei schwerwiegenden Problemen und Lebenskrisen kann und will die EFL-Internet -Beratung per Mail oder Chat nicht die persönliche Beratung oder Therapie ersetzen. Ein wesentlicher Wirkfaktor für ganzheitliche Entwicklung ist die persönliche Begegnung in qualifizierter beraterisch-therapeutischer Interaktion. EFL-Internet-Beratung kann einen Beitrag dazu leisten, den Zugang zu Beratung und Therapie zu öffnen.
    EFL-Internet-Beratung versteht sich als ein integrativer Teil des Angebots der Ehe-, Familien- und Lebensberatung und der anderen Hilfsangebote im seelsorgerlichen und psychosozialen Bereich.
  7. Regionale Netzwerke, eventuell auch ein nationales Netzwerk der EFL-Internet-Beratung, erscheinen sinnvoll und wünschenswert.
    Diese Kooperations- und Organisationsform spart Kosten, sichert die Qualität, macht das Angebot qualifizierter und übersichtlicher für die Nutzer.
    Bei der Organisation solcher Netzwerke der EFL-Internet-Beratung sollte die technische wie beraterisch fachliche Verantwortung der Träger gewahrt bleiben, um nicht in wirtschaftliche und technische Abhängigkeiten zu geraten, die auch hohe Kostenrisiken bergen.
    Innerhalb dieses Netzwerkes / dieser Netzwerke sollte die Chance einer ökumenischen Kooperation geprüft werden.
  8. Jede kath. Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen sollte über Internet erreichbar sein und auch über eine eigene gut gestaltete und aktualisierte Internet-Präsentation verfügen. Das Internet wird zunehmend genutzt, Kontakt zu den Beratungsstellen zu suchen und um eine persönliche Beratung nachzufragen. Diese lokalen Internet-Präsentationen der Beratungsstellen sollten mit dem bzw. den überregionalen Netzwerken der EFL-Internet-Beratung verlinkt sein und so den Ratsuchenden einen problemlosen Zugang zur EFL-Internet-Beratung eröffnen.
  9. Die institutionelle kath. Ehe-, Familien- und Lebensberatung sollte sich auf fachliche Standards der EFL-Internet-Beratung verständigen, die die bereits verbindlich formulierten Standards der institutionellen kath. Ehe-, Familien- und Lebensberatung erfüllen. Dazu gehören u. a.:
    * höchstmögliche technische Sicherheitsstandards zur Sicherung der Vertraulichkeit
    * Transparenz der fachlichen Standards für die Ratsuchenden, auch im Hinblick auf die persönliche Qualifikation der tätigen Beraterinnen und Berater, etwa indem Grundberuf, die Weiterbildung zum Ehe-, Familien- und Lebensberater, therapeutische Zusatzausbildungen und spezielle Weiterbildungen im Bereich Internet-Beratung benannt werden.
    * quantitative Begrenzungen der EFL-Internet-Beratung
    * multiprofessionelles Team der Beraterinnen und Berater
    * regelmäßige spezifische Supervision über Fragen der Internet-Beratung für die darin tätigen Beraterinnen und Berater
    * Offenheit der Stellensupervision für die Fälle aus der EFL-Internet-Beratung
    * Einführung und grundlegende Kenntnis aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einer Beratungsstelle über die Besonderheiten der EFL-Internet-Beratung
    * sachgerechte organisatorische und strukturelle Rahmenbedingungen für die Durchführung der EFL-Internet-Beratung
    * wissenschaftliche Evaluation der Erfahrungen mit der EFL-Internet-Beratung, als Voraussetzung für eine qualifizierte Weiterentwicklung
    * EFL-Internet-Beratung als Teil der regulären Arbeitszeit bzw. im Rahmen der normalen Honorarzahlungen
  10. Die institutionelle kath. Ehe-, Familien- und Lebensberatung sollte sich darauf verständigen, dass Standards der Weiterbildung für Mitarbeiter in der EFL-Internet-Beratung formuliert und verpflichtend vereinbart werden, die auch Zulassungskriterien beinhalten sollten. Dazu gehören u. a.:
    * abgeschlossene Ausbildung zur Ehe-, Familien- und Lebensberaterin oder –berater, gemäß den verbindlichen Standards
    * spezifische Kenntnisse über die Kommunikation per Mail und Chat
    * Qualifizierte Begleitung / Supervision bei der Bearbeitung der ersten Mails/ der ersten Chats und fortlaufende spezifische Supervision für Mail-Beratung
    * Spezifische Fortbildungen über den Bereich der EFL-Internet-Beratung.

Beratungsstellen

Sie suchen Beratung?
Die Anschriften aller katholischen Beratungsstellen für Ehe-, Familien- und Lebensfragen in Deutschland finden Sie nach Postleitzahlen geordnet hier...


Fachzeitschrift



Der Bundesverband gibt eine eigene Zeitschrift heraus, die von der VG-Wort als Fachzeitschrift anerkannt ist und 2mal im Jahr erscheint (jeweils zum 1. 4. und zum 1. 10.) mehr...

 

Mailingliste

Der Bundesverband hat eine Mailingliste eingerichtet. Wer teilnehmen möchte wende sich an Vorstandsmitglied Rainer Weißl. Teilnehmen

 

Newsletter

In regelmäßigen Abständen informiert der Bundesverband über Neuigkeiten rund um die Beratungsarbeit. Wenn Sie den Newsletter abonnieren möchten wenden Sie sich bitte an die Geschäftsstelle.

 

www.bv-efl.de